German
Für die Menschheit ist es Zeit,
Machtmissbrauch und Lügen regieren die Welt. Gleichzeitig ist sind die menschlichen Lebensgrundlagen durch Klimaerwärmung und Biodiversitätskrise akut gefährdet. Der Ausweg ist eine feministische Revolution, welche die menschliche Evolution einen vernünftigen Schritt vorwärtsbringt.
Victoria Har Monia*
«World gone wrong», Bob Dylan
«I need another world», Joan Baez
Obwohl es so aussieht, als seien die Machthaber auf ihrem wahnwitzigen Weg zur nachhaltigen Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit nicht aufzuhalten: Wir Menschen haben die Möglichkeit, dem Lauf der Geschichte zu verändern. Wir haben alles, was es dafür braucht: Wir haben ein Motiv, wir haben die Gelegenheit und wir haben die Mittel.
Zugegeben, die schrecklichen Nachrichten, die täglich auf uns hereinprasseln, sind alles andere als ermutigend. Und die bisherige Geschichte der Menschheit macht wenig Mut, optimistisch in die Zukunft zu blicken.
Dennoch, wir sind fähig, die Menschheit einen entscheidenden Schritt weiterzubringen. Wenn wir die Flegeljahre der menschlichen Spezies überwinden und erwachsen werden, wenn wir die Entwicklung vom Homo Sapiens zur Donna Armonia vollziehen, überwinden wir das dunkle Age of War und steuern das harmonische Age of Love an.
Ich erlaube mir, einen Weg zu skizzieren, auf dem wir es schaffen werden, Krieg und Chaos hinter uns zu lassen und ein Zeitalter der Harmonie einzuläuten.
Das System ist unfähig, die Probleme zu lösen
Die Zeit für einen revolutionären Umbruch ist gegeben, wenn das herrschende System und ihre Machthaber ausserstande sind, die existenziellen Probleme zu lösen. Unsere grössten Schwierigkeiten sind bekannt: Seit mehr als 30 Jahren diskutiert die Weltgemeinschaft darüber, ob und wie die Klimaerwärmung und die nicht wiedergutzumachende Zerstörung der Biodiversität gestoppt werden können. Wie wir die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen beenden können.
Ohne Erfolg. In jedem der letzten 30 Jahre hat sich die Situation verschlechtert. Die Ursache liegt darin, dass das herrschende System nicht reformierbar ist, denn deren Profiteure sind nicht gewillt, an ihrem Lebensstil Abstriche zu machen. Und eine Alternative zum Römisch-Amerikanischen Imperium ist nicht in Sicht.
Das uns beherrschende Imperium basiert auf Privateigentum, Patriarchat, Gewalt und Gehorsam. Geschmiert wird es vom Profit, auf dessen Maximierung alle politischen und wirtschaftlichen Massnahmen ausgerichtet sind. Entsprechend sind Bestrebungen zum Scheitern verurteilt, das Leben und Überleben der Menschen und ihrer natürlichen Umwelt ins Zentrum zu stellen. Was den Profit schmälert, wird vom Imperium und seinen Söldnern bekämpft.
Der Widerstand lebt weiter
Dass die menschliche Geschichte bisher wenig Grund zur Hoffnung gibt, dieses System wirklich verändern zu können, ist nur ein Teil der Wahrheit. Es ist zwar richtig, dass die letzten 5000 Jahre der Menschheit von Gewalt und Krieg geprägt waren. Es ist aber auch richtig, dass in diesem letzten Prozent der Menschheitsgeschichte unzählige Menschen dagegen aktiven Widerstand geleistet hatten. Dass sie damit bisher selten erfolgreich waren, schmälert nicht ihr Vermächtnis.
An ihrem Widerstand gegen Unterwerfung, Knechtung und Vergewaltigung können wir uns orientieren. Wir setzen ihr Engagement fort, um unsere gemeinsame Geschichte endlich erfolgreich zu gestalten. Dafür nutzen wir die Erfahrungen der Widerstandskämpferinnen und das Wissen, dass wir im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit immer dann gewannen, wenn wir solidarisch zusammenarbeiteten, wenn wir uns verbündeten, um gemeinsam zu kämpfen.
Im Gegensatz zu früheren Versuchen, die Welt mittels einer Revolution zu verändern, setzen wir weder auf eine Klasse noch auf die Macht aus den Gewehrläufen. Wir bauen auf die emotionale Intelligenz, die Energie, die Kreativität und die Fähigkeit zur Selbstorganisation der Menschen.
Wie mächtig die institutionelle Politik sein kann, haben wir während der Covidpandemie erlebt. Weil in einer Demokratie immer das Primat der Politik gilt, werden wir für unsere gewaltfreie Revolution der Liebe mit allen legitimen Mitteln die politische Macht anstreben. Das mag nicht sehr sexy tönen. Aber ich verspreche dir, es wird höllisch Spass machen.
«Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit»
Die Erzählung des Imperiums berichtet noch immer bewundernd von Massenmördern wie Alexander, Cesar, Columbus, Cortés, Andrew Jackson, Leopold II, Wilhelm II, Mussolini, Franco oder Pinochet, um nur einige der schlimmsten Staatsverbrecher zu nennen. Selbst der übelste Massenmörder der Geschichte, Hitler, wird teilweise noch heute als «Grösster Führer aller Zeiten» bezeichnet. Auf der anderen Seite der Medaille stehen Schwerstverbrecher wie Lenin, Trotzki, Stalin, Mao oder Pol Pot. Wer Gehorsam und Unterwerfung verlangt und durchsetzt, gilt als weiser, starker Mann.
Die Grundlage des hierarchisch organsierten Gemeinwesens bildet das römische Recht, das etwa in Form des Patria Potestas dem Familienvater absolute Verfügungsgewalt über Haus und Hof gab, Frauen, Kinder und Sklaven zu seinem Eigentum machte. Das Römische Recht, das Gewalt als Mittel zum Zweck rechtfertigte sowie Gehorsam und Unterwerfung verlangte, ist bis heute die Basis des sogenannten modernen Rechtsstaats, auf den die Länder des Römisch-Amerikanische Imperiums stolz sind. Die Losung der Französischen Revolution, «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit», konnte nie wirklich umgesetzt werden.
Gesellschaft braucht eine neue Grundlage
Privateigentum, Patriarchat und Krieg sind so stark miteinander verwobene Systeme, dass sie nur als Ganzes überwunden werden können. Um eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft aufzubauen, braucht es deshalb ein neues Fundament. Dieses besteht aus individueller Freiheit, Gleichheit, gleichberechtigter Zusammenarbeit, gegenseitiger Hilfsbereitschaft und selbstgewählter Gemeinschaft. Werte, welche die Menschen während der ersten 99 Prozent der Menschheitsgeschichte geprägt hatten, bevor Kaiser, Könige und Präsidenten mit ihren Soldaten die Welt zu beherrschen begannen.
Drei europäische Wissenschaftler haben das in ihrem Buch «Die Evolution der Gewalt» aufgearbeitet. Für den deutschen Archäologen Harald Meller ist die menschliche Aggression zwar so alt wie die Menschheit. Der Krieg hingegen sei eine «ganz junge Erfindung». Den deutschen Historiker Kai Michel definiert den Zeitpunkt des Kulturwechsels mit der Erfindung des Eigentums in der Zeit von 14 000 bis 5000 Jahren vor unserer Zeit: «Es entstand eine komplett andere soziale Logik. Vorher galt: Teilen macht reich. Jetzt gilt: Anhäufen macht reich.» Mit den sogenannten Hochkulturen eroberte der Krieg die Welt.
Dass die Menschen auch anders können, zeigt der niederländische Primaten- und Verhaltensforscher Carel van Schaik, der sich auf unsere Verwandtschaft mit den Schimpansen und den Bonobos bezieht, mit denen wir rund 99 Prozent unseres Erbguts teilen: Wir sind nicht einfach gewaltgetrieben wie die Schimpansen, wir können uns auch für die friedfertigen Bonobos in uns entscheiden, welche die Liebe der Gewalt vorziehen, selbst wenn es darum geht, Konflikte zu lösen.
Wenn wir also die Kultur des Krieges, die uns die Herrschaften in den letzten paar Tausend Jahren aufzwangen, überwinden wollen, müssen wir den Weg dahin zurückfinden, wo die Menschheit falsch abgebogen ist: «Historisch war der Weg zum Erfolg, grosszügig zu sein, zu teilen, etwas für die Gesellschaft zu machen», sagt Carel van Schaik. In ihren Schlussfolgerungen bezeichnen die Wissenschaftler die Demokratisierung und Gleichberechtigung sowie die Reduzierung der immensen sozialen Ungleichheiten weltweit als wichtigste Elemente für ein Zeitalter des Friedens.
Wir können jedoch nicht nur an der frühen Geschichte der Menschheit anknüpfen, um dieses Zeitalter, das Age of Love, zu denken, zu planen und zu errichten.
Wir bauen auch auf die Kreativität und die Erfahrungen des Widerstandes in den letzten rund 2000 Jahren. Zum Beispiel auf die Energie eines Spartakus, auf die Unbeugsamkeit einer Pocahontas, auf die Weisheit einer Olympe de Gouges, auf den Mut einer Harriet Tubman, auf die Frechheit einer Emma Goldman, auf den Scharfsinn einer Rosa Luxemburg, auf die Weitsicht eines Albert Einstein, auf den Humor eines Charles Chaplin, auf den Durchblick einer Simone de Beauvoir, auf die Entschlossenheit einer Rosa Parks, auf die Hartnäckigkeit eines Nelson Mandela und auf die Hoffnung einer Jane Goodman.
Eine würdige Welt für alle ist möglich
Wir sind heute intellektuell, wirtschaftlich und emotional in der Lage, die Hoffnung unserer kämpferischen Vorfahren zu erfüllen: Eine Welt, in der alle Menschen die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ihr Potenzial zu entfalten, also ein Leben in Würde führen zu können.
Genauso, wie der smarte Teil der Menschheit schon länger weiss, was zu tun ist, um die Klimaerwärmung und die Zerstörung der Biodiversität zu stoppen und umzukehren, wissen wir, dass wir in der Lage sind, eine freie und gerechte Gesellschaft aufzubauen. Das beweisen wir jeden Tag, indem wir unsere Konflikte gewaltfrei lösen, unseren Nächsten helfen und uns für eine bessere Welt engagieren.
Dabei sind wir nicht auf die künstliche Intelligenz angewiesen, mittels derer uns Tech-Milliardäre zu manipulieren versuchen. Wir zählen auf die kollektive menschliche Intelligenz zählen. Wir müssen diese nur sinnvoll nutzen. Wenn uns die KI dabei hilft, ist nichts dagegen einzuwenden.
Zahlreiche Vorbilder regen zum Denken an
Allein in den USA gibt es zahlreiche clevere und smarte Menschen, die viel wissen und viel zu sagen haben. Wir sollten ihnen genau zuhören, wenn sie uns die Dinge erklären. Für diesen Essay waren unter anderem die folgenden Frauen enorm wichtig:
Joan Baez’ Liebe und Engagement bestärkten mich, meinen Weg konsequent weiterzugehen;
Kimberlé Crenshaw öffnete mir die Augen, wie Rassismus und Frauenfeindlichkeit zusammenhängen;
Rebecca Solnit brachte mich dazu, den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen;
Anne Applebaum zeigte mir, worauf wir zu achten haben, um nicht in Autoritarismus abzugleiten;
Jill Lepore eröffnete mir einen neuen Blick auf die Geschichte;
Zoë Schlanger half mir, Pflanzen als intelligente Wesen wahrzunehmen;
Megan Rapinoe demonstrierte mir Zivilcourage und Selbstbewusstsein.
Innerhalb und ausserhalb der USA gibt es zudem fast unendlich viele smarte Frauen und intelligente Männer, von denen wir für den nächsten grossen Entwicklungsschritt in der menschlichen Evolution viel lernen können. Doch die Erkenntnisse, das Wissen, die Weisheit und die Taten der erwähnten Frauen machen uns genügend Mut, um zuversichtlich den Aufbruch in ein neues Zeitalter zu wagen.
Pseudonym schützt vor Rache
Zu meiner Person: Victoria Har Monia ist ein Pseudonym. Damit schütze ich meine Freundinnen und meine Familie vor der Rache mächtiger Männer, die sich durch meinen Essay bedroht fühlen.
Ich brauche diesen Schutz nicht. Denn ich begab mich, Wochen bevor dieser Artikel publiziert wird, auf die Reise ohne Wiederkehr. Vor zwei Jahren wurde bei mir Krebs entdeckt. Eine Behandlung war aussichtlos. Die Ärztinnen gaben mir noch maximal fünf Monate und empfahlen mir, mein Leben noch so gut wie möglich zu geniessen.
Ich hatte allerdings das Gefühl, noch nicht fertig zu sein mit dieser Welt. Ich brauchte jedoch eine Weile, bis ich realisierte, dass es dieser Essay war, der mir fehlte, um im Frieden abzuschliessen. Da ich weder etwas zu verlieren noch etwas zu gewinnen hatte, konnte ich meine Gedanken und Erkenntnisse zu Papier bringen, ohne auf Eitelkeiten oder Ängste Rücksicht zu nehmen.
Kurz nachdem ich die Arbeit weitgehend beendet hatte, besiegte mich mein Krebs dann doch, sodass ich nach einem schönen Abschiedsfest den Freitod wählte. Ich werde euch also nicht mehr zur Seite stehen können, wenn ihr unseren alten Traum verwirklicht.
Die Menschen sind fähig, friedlich zusammenzuleben
Aufgrund meiner Arbeit und Forschungen in über zwei Dutzend Ländern und meinen Untersuchungen des sozialen Lebens so unterschiedlicher Spezies wie den Buckelwalen, den afrikanischen Elefanten oder den Braunen Hyänen bin ich schon früher zur Überzeugung gelangt, dass die menschliche Spezies im Grunde intelligent genug ist, um friedlich zusammenzuleben.
Wir sind als Menschen fähig, unsere Konflikte gewaltfrei auszutragen. Das zeigen auch neue Forschungsergebnisse. Der an der Universität Lausanne forschenden Wirtschaftsprofessor Dominic Rohner hat in seinem Buch «The Peace Formula» sogar eine Formel dafür entwickelt.
Die drei wichtigsten Grundlagen für Frieden sind demnach:
1. Demokratische Freiheit und Mitspracherecht.
2. Eine produktive Wirtschaft, die den Menschen Arbeit und Wohlstand gibt.
3. Die Garantie, dass die Sicherheit gewährleistet ist, inklusive eines funktionierenden Bildungs- und Gesundheitswesens.
Die Erkenntnis, dass wir für ein friedlichen Zusammenleben gemacht sind, erfuhr ich in meinen über 70 Lebensjahren auch durch unzählige Begegnungen mit äusserst freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Zu oft jedoch wurden diese Menschen und ihre Projekte von Machthabern behindert und bekämpft. Das motivierte mich zusätzlich, mir zu überlegen, wie wir die Macho-Clans des Imperiums und ihre in Söldner endgültig entmachten können; wie wir das Römisch-Amerikanische Imperium in die Knie zwingen, ohne dabei einen Tropfen Blut zu vergiessen.
Viele Jahre fehlten mir die Zeit und die Musse, um fundiert darüber zu schreiben, wie wir das bewerkstelligen können. Es war die terminale Krankheit, die mich dazu brachte, mich an die Arbeit zu machen.
Meine letzten Lebensjahre verbrachte ich im Land meiner Geburt, in der Schweiz. Deshalb inspirierten mich für die Roadmap zum Age of Love auch einige smarte Schweizerinnen.
Zum Beispiel die Schriftstellerin Milena Moser mit ihrer Empathie und Lebenslust oder die Genderforscherin und Soziologin Franziska Schutzbach mit ihrem Scharfsinn und ihrer Unerschrockenheit. Ihre «Revolution der Verbundenheit» brachte mich dazu, noch genauer darüber nachzudenken, wie wir die soziale Basis der Revolution organisieren können und worauf wir achten müssen, um am Schluss nicht wieder hereingelegt zu werden.
Jüngere Frauen wie die Radrenn-Weltmeisterin Marlen Reusser oder die ehemalige Fussballerin und engagierte Aktivistin Sarah Akanji halfen mir mit ihrer entwaffnenden Offenheit und ihrem Mut, gelegentliche Selbstzweifel zu überwinden.
Es waren aber auch drei Schweizer Männer, deren Arbeiten und Wirken mich darin bestärkten, das ganz grosse Ziel anzupeilen: der Autor Peter Staub mit «Die Blaue Revolution» und der «Erklärung von Biel/Bienne», der Swiss-Eishockey-Coachs Patrick Fischer mit seinem Mindset und Granit Xhaka, Capitain des Schweizer Fussball Nationalteams, mit seiner Entschlossenheit und seinem Teamspirit.
Plan für eine smarte feministische Revolution
Ein wichtiger Grund für mich, diesen Essay zu schreiben, war auch meine Verantwortung gegenüber meinen Enkelkindern. Auch ihre Enkelkinder sollen erleben können, wie sich die Welt verändert, wenn der Schnee vom Himmel fällt.
Also setzte ich mich an den Schreibtisch, um diesen Plan für eine smarte feministische Revolution aufs Papier zu bringen.
Wenn wir Krieg, Gewalt, Zerstörung und Ausbeutung nachhaltig überwinden wollen, müssen wir die neue, solidarische Gesellschaft auf einem neuen Fundament aufbauen. Das geht nur, wenn wir Macht und Eigentum demokratisch neu aufteilen.
Wir können die jahrtausendealte Herrschaft der Männer nur beenden, wenn wir dafür sorgen, dass es für mindestens die nächsten 200 Jahre in allen relevanten Gremien die Frauen die Mehrheit haben. Das gilt sowohl für die Politik, die Wirtschaft, die Kultur wie auch die Wissenschaft.
Egal ob in Parlamenten, Regierungen, Verwaltungsräten oder Geschäftsleitungen: Wir werden durchsetzen, dass die Frauen die Mehrheit bilden. Sonst werden wir die Macht der Männer und ihrer Seilschaften niemals brechen können.
Dabei lassen wir uns nicht auf Diskussionen darüber ein, dass das die Männer diskriminiere. Die Männer hatten mehr als 5000 Jahre lang Zeit, die Gesellschaft nach ihrem Gusto zu formen. Sie haben versagt. Auf der ganzen Linie. Nun ist es Zeit für sie, ins zweite Glied zurückzutreten.
Wir verbieten aber freundlichen Männern keineswegs, am Aufbau einer neuen Gesellschaft mitzuwirken. Mit den Frauenmehrheiten verhindern wir, dass Männer die feministische Revolution sabotieren.
Das Eigentum wird neu definiert
Neben der Machtfrage ist auch die Frage «Was ist Eigentum?» neu zu beantworten. Um uns auf verbindliche Antworten zu einigen, wird es noch intensive Auseinandersetzungen brauchen.
Folgende Eckwerte werden für diese Diskussion dienlich sein: Eigentum ist, was uns gehört und was wir tatsächlich selbst nutzen. Dazu gehört etwa unsere Wohnung oder unser Haus samt Inventar, unsere Fahrzeuge und alle persönlichen privaten Gegenstände, die wir erarbeitet oder erworben haben. Darüber hinaus soll jede Person genügend Geld auf dem Konto haben, damit sie sich für sich und ihre Liebsten keine materiellen Sorgen machen muss.
Zu unserem Eigentum gehören aber auch die Unternehmen, in denen wir arbeiten. Dass für die Umsetzung einer neuen Eigentumsdefinition eine fundamentale Finanzreform vonnöten ist, versteht sich von selbst.
Als Zeichen, das Unrecht anzuerkennen, sollen alle erwachsenen Frauen eine symbolische Entschädigung von, sagen wir mal, 50 000 Dollar erhalten. Das wären 10 Franken für jedes Jahr, in denen die Frauen in den mehr als 5000 Jahren der Männerherrschaft enteignet, unterdrückt, ausgebeutet und vergewaltigt wurden.
Zu den neuen Eckwerten einer Eigentumsdefinition gehören auch, dass Land, Wasser und Luft wieder zum Allgemeingut werden, also dem Privatbesitz entzogen werden. Darin sind auch sämtliche Bodenschätze inbegriffen. Die Existenzen der Bäuerinnen und Landwirtinnen, die bisher «ihr» Land besassen, können mit langfristigen Pachtverträgen gesichert werden.
Wir streben also nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökonomische Revolution an. Wobei nichts dagegen einzuwenden ist, dass es auch künftig reiche Menschen geben wird. Aber wir werden dafür sorgen, dass künftig vorab jeder Mensch in der Lage sein wird, seine primären und sekundären Bedürfnisse zu befriedigen.
Dafür ist es unabdingbar, eine Obergrenze des privaten Reichtums festzulegen. Diese soll den Besitzenden ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Ihr Privateigentum darf aber nicht mehr dafür ausreichen, um Menschen zu versklaven, auszubeuten oder massenhaft zu manipulieren. Ich plädiere deshalb dafür, die Obergrenze des Privatvermögens einer Person beim hundertfachen des jährlichen Durchschnittslohns anzusetzen. Alle Vermögen, die darüber hinausgehen, sollen mit 100 Prozent besteuert werden und so der Allgemeinheit zugutekommen.
In den USA liegt der durchschnittlichen Jahreslohn bei rund 85 000 Dollar, entsprechend läge die künftige Obergrenze eines privaten Vermögens also bei 8,5 Millionen Dollar. Das reicht für ein anständiges Leben.
Das darüber hinaus abgeschöpfte Kapital wird investiert, um die Bewohnerinnen von Mietwohnungen zu Besitzerinnen, und um die Arbeiterinnen zu den Eigentümerinnen ihrer Firmen zu machen, um die Frauen und die anderen Opfer von Sklaverei, Krieg und Imperialismus zu entschädigen. Das Kapital wir aber auch reichen, um den ökologischen Umbau der Wirtschaft zu finanzieren, sowie weltweit die für ein würdiges Leben nötigen Infrastrukturen aufzubauen.
Der Motor des gesellschaftlichen Lebens wird nicht mehr die Gier nach Macht, sondern der Wille, friedlich zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu helfen, um allen ein gutes Leben zu ermöglichen. Damit einher geht ein neuer, wertschätzender und kooperativer Umgang mit unserer natürlichen Umgebung.
Wer trägt die Revolution?
Man mag einwenden, dass das alles schön töne und eine wunderbare Idee sei, aber immer eine Utopie bleiben werde.
Wer bitte soll denn diese Revolution machen? Und wie soll das überhaupt gehen? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten, um einen besseren Überblick zu haben.
Mutter Erde ist rund 4,5 Milliarden Jahre alt. Mit einem Alter von rund 500 000 Jahren ist die Menschheit die jüngste relevante Art, welche die Erde hervorgebracht hat. Zum Vergleich: Die ebenfalls intelligenten und uns emotional verwandten Wale beleben seit rund 50 Millionen Jahre die Weltmeere. Die Menschen sind die begabteste Spezies, die je auf Erden gelebt hat. Aber auch als hochentwickelte Tiere sind wir noch immer ein Teil der Erde.
Als Menschen sind wir sowohl Individualistinnen, die mit einem Selbstbewusstsein, mit einem Recht auf Freiheit und einem persönlichen Lebenstrieb ausgestattet sind, als auch höchst soziale Wesen.
Zu unserer Individualität gehört nicht nur, dass jede und jede von uns ein einzigartiges Kunstwerk der Natur ist, sondern auch, dass wir selbst verantwortlich dafür sind, was wir tun. Und was wir nicht tun.
Inspiriert durch den Anthropologen David Graeber benenne ich die fünf individuellen Grundfreiheiten, auf die alle Menschen das Recht haben.
Ich hatte das Privileg, materiell immer so gut versorgt gewesen zu sein, dass ich es mir stetes erlauben konnte, meine Freiheitsrechte in Anspruch zu nehmen. Die Mehrheit der Menschheit hat dieses Privileg noch nicht. Auch um diese Freiheitsrechte durchzusetzen, ist es unabdingbar, dass die Menschheit erwachsen wird.
1. Jeder Mensch hat das Recht, «Nein» zu sagen. Keine Person kann gezwungen werden, etwas gegen ihren Willen zu tun.
2. Jeder Mensch hat das Recht zu reisen, wann, wohin, mit wem er oder sie will.
3. Jeder Mensch hat das Recht, Freundschaften zu schliessen und sich zu verbünden.
4. Jeder Mensch hat das Recht, sich einzumischen, mitzureden, mitzuentscheiden und sich für seine Rechte einzusetzen.
5. Jeder Mensch hat das Recht, glücklich zu sein.
Wir sind aber nicht nur individuelle, sondern gleichzeitig auch soziale Wesen, die auf Anerkennung und Wertschätzung angewiesen sind. Die Menschheit wäre nie so alt geworden, wenn sie nicht schon früh gegenseitige Zuwendung, Kooperation und Hilfsbereitschaft gelebt hätte.
Das Gefühl, das hinter diesem sozialen Zusammenhalt steht, nennen wir Liebe. Zu dieser Liebe ist jeder Mensch fähig. Sie steckt tief in uns allen.
Wer macht nun also die feministische Revolution, dank der wir den nächsten Evolutionsschritt vom Homo Sapiens zur Donna Armonia vollziehen können, um als freie Individuen ein würdiges soziales Leben führen können?
Eine generelle Antwort ist: alle verantwortungsvollen, freundlichen Menschen, allen voran die Frauen.
Eine konkretere Antwort lautet: Du, wenn du dir deiner sozialen Verantwortung bewusst bist. Zusammen mit sozial oder ökologisch engagierten Freundinnen machst du den Anfang.
Die Organisation der smarten Revolution
Damit sind wir bei der Frage, wie sich diese Revolution entfalten soll.
Auch hierzu gibt es eine einfache Antwort: Wir müssen uns smart und demokratisch organisieren.
Konkreter wird es, wenn wir uns überlegen, wie genau wir uns organisieren. Als Schweizerin bin ich mir bewusst: Wenn du eine hochwertige, selbst im Weltall zuverlässige Uhr bauen willst, kommt es auf jedes Detail an. Und wenn wir uns vergegenwärtigen, wie miserabel bis verheerend die bisherigen Versuche organisierter Revolutionen ausgegangen sind, wissen wir, dass wir fundamentale Fehler von vorneherein ausschliessen und auch die Details pflegen müssen.
Auch wenn die über 5000 Jahre dauernde Männerherrschaft auf Menschen und Umwelt desaströse Folgen zeitigen, so können wir für den Aufbau einer neuen Gesellschaft doch auch auf einige demokratische Errungenschaften zurückgreifen, von denen wir wissen, dass sie funktionieren. Natürlich werden wir diese optimieren, wie sich das für eine Schweizer Uhr gehört.
Gleichzeitig orientieren wir uns an einem der erfolgreichsten Systeme der Natur: Wir bilden ein Myzel mit einem gigantischen Netzwerk und unsere zahllosen Fruchtköpern poppen rund um die Welt auf, wann es uns passt, wo es uns passt, wie es uns passt.
Wir orientieren uns am Erfolg
Eine der grössten, erfolgreichsten, demokratisch verfassten Nichtregierungsorganisation der Welt bietet uns die Blaupause für unser Organisationsschema. Die notorischen Fehler ihrer Führungsetage wie Machtmissbrauch oder Korruption werden wir zu verhindern wissen.
Ich spreche von der FIFA, der Fédération International de Football Association. Die FIFA ist ein Verein nach Schweizer Zivilrecht, ist also von Grund auf demokratisch aufgebaut: Jedes Mitglied hat eine Stimme. Um in der Analogie zu bleiben, nenne ich die künftige Organisation Fédération International de Personnalité Association (FIPA). Der Zweckartikel der FIPA ist simpel: Die FIPA und ihre Mitglieder setzen sich mit gewaltfreien Mitteln für den Aufbau einer Gesellschaft ein, in der jeder Mensch ein würdiges Leben führen kann.
Wie es sich in einer demokratischen Organisation gehört, bauen wir diese von unten auf. Wie im Fussball organisieren wir uns auf der elementarsten Ebene in Teams. Diese Teams bilden sich selbst und suchen sich ihre Arbeit und ihr Engagement selbst aus, sind also autonom in ihren Entscheidungen. Die Teams bestehen jeweils aus drei bis sieben Mitgliedern. Wird ein Team grösser, teilt es sich auf.
Die Teams verbinden sich in freier Wahl mit anderen Teams und arbeiten mit ihnen zusammen, unabhängig vom Ort, an dem sie tätig sind. Gleichzeitig verbünden sich die Teams in Clubs, den Personality Clubs. Die PC ihrerseits organisieren sich auf lokaler, regionaler, nationaler, internationaler und globaler Ebene in entsprechenden Verbänden, die alle der FIPA angehören.
In Vorständen und Delegiertenversammlungen bilden die Frauen die Mehrheit.
Statt Fussball zu spielen und Tore zu schiessen, werden die Teams in vier verschiedenen Bereichen aktiv. Die Erfolget in diesen Bereichen ermöglichen es uns, auf demokratischem Weg die politische Macht zu erlangen. Diese wiederum befähigt uns, das Programm für ein harmonisches Zusammenleben umzusetzen. Diese vier Bereiche bilden je einen Pfeiler des Kapitols der feministischen Revolution.
Das Fundament dieses Kapitols wird durch die Aktivistinnen und ihre Teams gebildet, die nach dem Vorbild der Fifa überall dort präsent sind, wo Fussball gespielt wird. Also rund um unseren wunderbaren blauen Planeten.
1. Love: Der Blaue Ring
2. Action: The Emergency Coalition
3. Hope: The Lobal Councils
4. Security: Die FIPA
Das Dach des Kapitols der Liebe ist unser Ziel: Eine freie und gerechte Gesellschaft in einer intakten Umwelt, in der alle Menschen ihren Bedürfnissen nachleben und alle ihre Fähigkeiten einbringen können.
Der Blaue Ring – You’ll never walk alone
Unter dem Namen der Blaue Ring, «The Blue Ring», organisieren wir den Bereich des solidarischen Zusammenlebens. Wir machen wir uns das Motto des FC Liverpool zu eigen. «You’ll never walk alone». Wir lassen niemanden zurück.
The Blue Ring bildet als erster Pfeiler des Kapitols die soziale Basis der Revolution. Die Teams sorgen dafür, dass möglichst alle friedlichen und freundlichen Menschen in unsere Aktivitäten miteinbezogen werden, dass sie partizipieren können, egal wie alt, wie einsam, wie vulnerabel sie sind.
The Blue Ring organisiert die Nachbarschaftshilfe und sorgt dafür, dass alle wichtigen Diskussionen an der Basis geführt werden können. Zum Beispiel, wie wir unsere Wohnhäuser und unsere Quartiere zurückerobern können und wie wir diese gerecht und demokratisch organisieren.
Ankerpunkt des The Blue Rings ist der Blaue Samstag: Jeden Samstag wollen wir gemeinsam ein Fest feiern. Wir geniessen zusammen eine gute Zeit, lachen, singen und tanzen. Und wir erinnern uns an unsere Ahnen, die sich vor uns für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden engagiert hatten. Die gemeinsamen Feste festigen nicht nur unsere Verbundenheit, sie geben uns auch die Energie, um in der kommenden Woche unsere Arbeit motiviert fortzusetzen.
In einem Team von The Blue Ring können alle aktiv werden. Diese Teams organisieren sich in erster Linie lokal, wo sie zuverlässige zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen und pflegen.
Doch The Blue Ring hat auch eine globale Dimension. Denn wir verbinden The Blue Ring über Orts- und Landesgrenzen und über die Kontinente hinweg, damit sich die Menschen über ihren Wohnort hinaus global solidarisieren können.
The Emergency Coalition – Zeit, zu handeln
Wir befinden uns nicht nur in einer gesellschaftlichen Umbruchsituation, sondern auch in einer globalen ökologischen Notlage. Entsprechend ist es unabdingbar, dass wir sofort alles unternehmen, um die Klimaerhitzung und die Biodiversitätskrise so gut zu lösen, wie das innerhalb des herrschenden Systems möglich ist.
Das ist die Aufgabe von «The Emergency Coalition», der Notfall Koalition, des zweiten Pfeilers des politischen Kapitols of Love. Sie setzt sich aus verantwortungsvollen Politikerinnen, engagierten Gewerkschafterinnen, NGO-Aktivistinnen und Wissenschaftlerinnen, aufmerksamen Angestellten der öffentlichen Dienste und achtsamen Wirtschaftsakteuren zusammen.
Die Teams der Emergency Coalition erarbeiten Lösungen, die schon heute funktionieren. Der Problemlage entsprechend arbeiten sie lokal, national, international und global zusammen.
Die Emergency Coalition nimmt auf der politischen Ebene Einfluss, indem sie mithilft, dass in möglichst vielen Ländern fortschrittliche Parlamentsmehrheiten und verantwortungsvolle Regierungen gewählt werden. Diese können oft mehr bewirken, als sie sich bisher getrauten.
Zu den Aufgaben der Emergency Coalition gehört, den Umbau des öl- und profitbasierten Wirtschaftssystems voranzutreiben. Das heisst auch, mit der Natur zusammenzuarbeiten und deren Möglichkeiten und Fähigkeiten industriell zu nutzen. Stichworte dazu sind die ökologische Kreislaufwirtschaft, der Aufbau nichtprofitorientierter Genossenschaften und die Erforschung und Entwicklung neuer Energieträger und Verbundstoffe, die nicht auf Öl oder Kohle basieren.
Natürliche Rohstoffe wie Hanf, Algen, Pilze, Fechten oder Moose können nicht nur mithelfen, Ölprodukte zu ersetzen. Im grossen Massstab eingesetzt, werden sie auch entscheidend dazu beitragen, den CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu reduzieren.
Beispiele, in denen die Teams der Emergency Coalition aktiv werden können, sind etwa eine progressive globale CO2-Steuer sowie der Stopp der Abholzung der Regenwälder, der Überfischung und der Verschmutzung der Weltmeere. Ein Verbot von schädlichen Insektiziden, Pestiziden und die Reduktion der industriellen Überdüngung sind ebenfalls Ziele, die rasch umgesetzt werden müssen.
Auch die massive Reduktion des motorisierten Strassenverkehrs muss ein primäres Ziel sein. Mit einer deutlichen allgemeinen Temporeduktion etwa wird sowohl die Umweltbelastung durch Mikroplastik als auch der Ausstoss von CO2 massiv reduziert. Zudem werden tiefere Geschwindigkeiten zu weniger Unfällen führen und mithelfen, die überhitzte Wirtschaft abzukühlen und unseren hektischen Lebensstil zu entschleunigen.
The Lobal Councils - Die Zukunft neu denken
Der dritte Pfeiler des Kapitols of Love bilden «The Lobal Councils». Die Aufgabe dieser Räte ist es, die demokratischen Grundlagen zu erarbeiten, wie das Leben im Age of Love so perfekt organisiert werden kann, dass es funktioniert wie die sprichwörtliche Schweizer Armbanduhr.
Die Organisation der Lobal Councils orientiert sich am bewährten Demokratiemodell der Schweizer Kantone: Es gibt eine Art Parlament, das «Discussion Board» und eine Art Regierung, das «Action Board». Die Mitglieder des Discussion Boards werden entweder gewählt oder aus den Kandidierenden so ausgelost, dass Frauen in der Mehrheit sind und gleichzeitig alle sozialen, kulturellen und demografischen Gruppen gerecht vertreten sind.
Das Discussion Board wählt dann aus seiner Mitte die drei bis sieben gleichberechtigten Mitglieder des «Action Board», das nach den gleichen Gesichtspunkten zusammengesetzt ist. Dieses funktioniert wie der Schweizer Bundesrat mit einer jährlich wechselnden Präsidentin, die aber als Gleiche unter Gleichen nicht mehr Macht hat als die anderen Mitglieder des Action Boards.
Die Lobal Councils arbeiten auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Sie haben die Aufgaben, demokratische Verfassungsentwürfe zu erarbeiten, über die nach der Revolution abgestimmt werden kann. Da wir eine lebensfreudige Zukunft gänzlich neu denken müssen, ist es auch ihre Aufgabe, Vorschläge für ein neues Zivilrecht und ein neues Strafrecht zu machen, die zur Bildung einer harmonischen Gesellschaft beitragen.
Die Lobal Councils – lobal ist die Abkürzung für local and global – sind zwar gänzlich auf die kommende Zeit ausgerichtet. Bei den Diskussionen über künftige Verfassungen werden sie aber auch Lösungsansätze für die heutigen Probleme erarbeiten. Die Action Boards geben der Emergency Coalition entsprechende Inputs.
Neben der Erarbeitung der verfassungsmässigen und rechtlichen Grundlagen für eine künftige freie und gerechte Gesellschaft, schaffen die Lobal Councils auch die Strukturen, um zu gegebener Zeit in weltweiten, allgemeinen Wahlen einen globalen, Kongress zu wählen, aus dem schliesslich der erste, demokratisch legitimierte globale Government Council gewählt werden kann.
Die FIPA – Sicherheit ist unabdingbar
Der letzte und vierte Pfeiler des revolutionären Kapitols, der das Fundament der Liebe mit dem Dach der Freiheit und der Gerechtigkeit verbindet, ist die Organisation der FIPA selbst. Damit alle Teams smart und effizient zusammenarbeiten können und um den Zusammenhalt der Teams und ihrer Mitglieder zu stärken, braucht es eine leistungsfähige Basisorganisation. Alle Teammitglieder, die in einem Personality Club organisiert sind, sich automatisch Mitglied der FIPA.
Die FIPA trägt die Verantwortung dafür, dass The Blaue Ring, The Emergency Coalition und The Lobal Council den Zweckartikels erfüllen und die nötigen Mittel erhalten, um ihre Aufgaben zu erledigen. Sie sorgt also im übertragenen Sinn für einen geordneten und geregelten Spielbetrieb.
Die FIPA ist dafür verantwortlich, dass sich die Teams, die Clubs und ihre Verbände auf ihre Aufgaben konzentrieren können. Sie sorgt mit einem internen Finanzausgleich dafür, dass alle auf einer sicheren finanziellen Basis agieren können, und dass die interne und externe Kommunikation reibungslos funktioniert.
Die FIPA sorgt auch für die Sicherheit der Mitglieder und der Organisation. Natürlich werden wir es nicht verhindern können, dass sich uns auch Agentinnen und Söldnerinnen des Imperiums anschliessen, um uns auszuhorchen oder um uns zu manipulieren. Lassen wir sie. Sie zwingen uns, unseren Werten treu zu bleiben. By the way können wir ihre Kritik und ihre Bedenken gut gebrauchen, um noch bessere Lösungen zu finden.
Zur Sicherheit der FIPA und ihrer Mitglieder gehört, dass Mitglieder, die der Organisation bewusst schaden, nach einem fairen Verfahren ausgeschlossen werden können. So gibt es beispielsweise für die Rechtfertigung von Gewalt eine gelbe Karte. Für die Anwendung von Gewalt ist eine direkte rote Karte vorgesehen. Wer zwei gelbe oder eine rote Karte erhalten hat, wird dauerhaft aus der FIPA ausgeschlossen.
Die FIPA übernimmt alle notwendigen administrativen Aufgaben der globalen Organisation, aber sie ist auch die lebendige Heimat der Teams und ihrer Mitglieder, die Unterstützung und Halt bietet.
Die Schweiz hat nicht nur die Kollektivregierung erfunden, die für die Lobal Councils Pate steht. In der Schweiz befindet sich neben dem Sitz der FIFA auch der Sitz des Internationalen Roten Kreuzes, das sich für Frieden und Flüchtlinge einsetzt.
In Anlehnung an das Rote Kreuz macht die Fédération International de Personnalité Association FIPA den Blauen Ring zu ihrem Symbol. Zum globalen Symbol der Solidarität, des Zusammenhalts und der Zusammengehörigkeit.
Wer immer sich der feministischen Revolution of Love anschliesst, ist eingeladen, als Zeichen der Friedfertigkeit, des Freiheitswillens und des Engagements einen blauen Ring zu tragen. Durch dieses einfache Symbol werden sich Aktivistinnen und Sympathisantinnen auf einen Blick erkennen, selbst wenn sie sich zuvor noch nie getroffen haben.
In 6 Jahren zu einer neuen Zeitrechnung
Verantwortungsbewussten Klimawissenschaftlerinnen zufolge bleibt der Menschheit nur noch ein kleines Zeitfenster, um die Kurve in eine lebenswerte Zukunft noch zu schaffen. Ob wir noch 5, 10 oder 20 Jahre Zeit haben, um den Turnaround hinzukriegen, hängt weitgehend davon ab, was in den nächsten Jahren passiert.
Obwohl ich keine Klimawissenschaftlerin bin, wage ich zu behaupten, dass wir es schaffen, mit einem blauen Auge davonzukommen, indem wir tatsächlich eine nachhaltige, friedliche und gerechte Gesellschaft aufbauen.
Meine These ist, dass wir innerhalb von sechs Jahren ans Ziel gelangen, wenn wir der Roadmap zum Age of Love konsequent folgen, diese laufend verbessern und die dabei anstehenden Arbeiten engagiert erledigen.
Wenn alles funktioniert, wird das Jahr 2033 so zum ersten Jahr der neuen Zeitrechnung, zum Jahr 1 des Age of Love.
Let’s do it
Mit einem Fussball spielen kann jede allein. Fussballspielen aber können wir nur zusammen.
Die Revolution of Love zu denken, konnte ich allein. Die Revolution of Love zu machen, können wir nur gemeinsam.
Der erste Schritt besteht darin, dich ernst zu nehmen, deine Freiheiten zu erkämpfen und deine Verantwortung zu übernehmen.
Der zweite Schritt: Bilde mit Freundinnen ein Team und gründet mit anderen Teams einen Personalty Club.
Der dritte Schritt: Macht euch an die Arbeit und feiert einen ersten Blue Saturday.
Der Rest wird folgen.
Möge der Blaue Ring mit dir sein.
Danke und viel Glück.
* Victoria Har Monia ist ein Pseudonym.
